Präsidiabel?

Immerwieder unterläuft mir der Fehler den Informationsgehalt des Öffentlich Rechtlichen überzubewerten. So zum Beispiel auch gestern. Da habe ich dann den Presseclub laufen lassen, mehr oder weniger nebenbei.
Hugo Müller-Vogg (Publizist bei BILD), Ines Pohl (Chefredakteurin taz), Christoph Schwennicke (Politischer Autor, Spiegel), Heribert Prantl (Ressortleiter Innenpolitik, Süddeutsche Zeitung) diskutierten dann fröhlich, wer nach Wulf in Frage kommt und über eine mögliche rein weibliche Führungsrige.
Zuschauerinnenbeitrag: Also eine rein weibliche Spitze, das fände sie ja nicht gut. Das sei nicht gut für Deutschland.

Jahrzehnte andauerndes Männerduo, das hatte die Zuschauerin nicht gestört, aber so eine rein weibliche Führung, das geht ja nicht. Da lassen wir uns dann lieber was vorgauckeln.

Dann haben wir mit Gauck und Merkel wieder das Duo maskuliner Führung.
Ich war wenig überrascht, habe dann aber die Petition unterschrieben für Wulff als neuen Bundespräsident.

Hier ein paar Gedanken zum Amt des Bundespräsidenten, von Jutta Ditfurth:

Präsident Gauck – der Prediger der verrohenden Mittelschicht

Mit Christian Wulff hat sich die politische Klasse eines lästig geworden kleinbürgerlichen korrupten Aufsteigers entledigt, während die viel größeren Geschäftemacher der Parteien weiter ungestört ihren Interessen nachgehen können.

Um die Peinlichkeit zu übertünchen, wurde nun Joachim Gauck, der Prediger für die verrohende Mittelschicht gerufen. Dass CDU/SPD/FDP und Grüne ihn gemeinsam aufstellen verrät uns, dass uns noch mehr Sozialstaatszerstörung, noch mehr Kriege und noch weniger Demokratie drohen. Einen wie ihn holt man, um den Leuten die Ohren vollzuquatschen.

Gaucks neoliberales Verständnis von Freiheit als Freiheit des Bourgeois, schließt soziale Menschenrechte aus. Von sozialer Gleichheit als Bedingung wirklicher Freiheit versteht er nichts. Mit der Agenda 2010 und ihren brutalen Folgen ist er sehr einverstanden, für die Betroffenen und ihre Proteste hat er stets nur Verachtung. Kritik am Kapitalismus findet Gauck lächerlich. Die Entscheidung zur Begrenzung der Laufzeit von AKWs gefühlsduselig.

Dem Krieg in Afghanistan hat Gauck die Treue gehalten, denn auch dieser Christ ist ein Krieger. In der Vertriebenfrage ist der künftige Bundespräsident ein Kumpan von Erika Steinbach und hat Probleme mit der polnischen Westgrenze. Was er von Demokratie und Humanismus hält, verrät er, indem er für die Verfassungsschutzüberwachung der Linkspartei eintritt und den Ideologen des Rassismus der Mitte, Thilo Sarrazin, “mutig” findet. Hat jemand je eine scharfe und überzeugende Kritik an Nazis von ihm gehört? Fremdenfeindlichkeit kann er verstehen, aber er schätzt es nicht, »wenn das Geschehen des deutschen Judenmordes in eine Einzigartigkeit überhöht wird«.

Gauck ist ein Anhänger der Totalitarismusideologie, der Gleichsetzung von Kommunismus und Faschismus. Mit seiner Aufstellung als Kandidat bekennen sich CDU/SPD/Grüne und FDP zu dieser unerträglichen reaktionären Weltsicht. Der Kandidat und die vier ihn aufstellenden Parteien passen zu einander.

P.S.: Das Amt des Bundespräsidenten ist überflüssig, ein feudales Relikt für obrigkeitsgläubige Deutsche.

Jutta Ditfurth, Autorin und Soziologin

Fernweh. Woanders hin eben

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Alle reden sie von woanders. „Ich will woanders hin. Hier ist ja das Wetter scheiße und die Musik. Die Menschen sind auch so kühl. Und sehen immer gleich aus. Das Mädchen mit dem roten Regenschirm habe ich heute auch zum fünften Mal an verschiedenen Ecken getroffen. Sie hat keinen Namen, nur einen roten Regenschirm, der sich über meine Bindehaut in meine Erinnerung gefressen hat. Beim sechsten Mal hätte ich sie nach dem Namen gefragt, soweit kam es aber dann doch nicht.”

Alle wollen sie besseren Kaffee trinken, mehr ins Theater gehen, andere Sachen machen, wenn sie dann hier weg sind. In Ontario, Berlin, Sydney, Hong Kong, New York, Bombay oder eben in Wien.

Aber wenn wir woanders hingehen, was ändert sich, außer dass wir woanders sind? Wir sind doch immer noch wir. Wir mögen dieselben Menschen, auch wenn wir vielleicht neue kennen lernen. Wir hören dieselbe Musik, wenn auch in anderen Clubs. Wir lesen dieselbe Zeitung, vielleicht in einer anderen Sprache. Wir tragen dieselbe Kleidung. Wir fragen das Mädchen mit dem roten Regenschirm wieder nicht nach ihrem Namen.

Also wollen wir woanders hin, nicht weil wir hier weg, sondern anders sein wollen. So ein Umzug ist vielleicht nicht leicht, aber eben leichter.
Bald gehe ich ja auch, woanders hin. Aber ganz ohne Fern- oder Heimweh.
Ich bin eben angekommen, egal wo.
Irgendwann werde ich dann erzählen, dass sei der Tag gewesen, an dem ich feststellte dass ich groß bin.

Persönliche Erklärung

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Ich habe mich verzogen und lange nicht gezeigt.
Ging ich zuvor noch Hand in Hand mit dem Protest,
hat man fortan dazu geneigt,
uns klar zu trennen.
Jetzt werden wir verwechselt und zusammengerührt.

Allerorten hat man mich heraufbeschwört
doch ohne meinen wahren Sinn zu nennen.
Versperrte dies dem wahren Zweck die Sicht.
Und dämpfte Antrieb derer, die mich kennen.

Aus Zufall haben manche mich zurecht gerufen.
Doch ohne jene bittre Konsequenz.
Zwei Tage, ein paar arbeitsame Wochen,
Ein bittrer Winter, gefolgt von faulem Lenz.

Am wahren Sinne, sind viele schon zerbrochen
Mit Leben unsre Freundschaft gar bezahlt.
Doch andre haben ihre Ziele sich bewahrt
im echten Kampf um Brot und Knochen
Den Antrieb hatte man sich selbst
aus blutroten Rosen errochen.

Eure verbitterten Rufe hat der Protest erhört
und ziellos stand er euch zur Seite.
Mein Auftritt entbehrte jeder Not:
Die Rosen welken und ihr nehmt das Brot,
das euch im Halse stecken bleibt.

Verzweifelt ruft ihr mich zuletzt herbei.
Ich wälze mich in Erinnerung,
nehmt doch das ziellose Allerlei.

Ich habe mich zurecht verzogen.
Der Streik

Wer bleiben will, der soll doch klagen…

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Mit dieser Entscheidung des Fachbereichsvorstandes Sozialökonomie, sind nun 16 Stellen nicht besetzt.
Die arbeitsrechtlich Vorstellung, die der untenstehenden Passage zugrunde liegt, entbehrt jeglicher Logik. Und dies von einem Fachbereich, der einst Arbeitnehmerinnenrechte lehren sollte.
Pünktlich zu den Semesterferien:

“Weiterhin muss ich mitteilen, dass auf Anweisung des Vorstands Fachbereich Sozialökonomie der Lehrauftrag für Peter Birke zurückgezogen wurde. Zudem wird Peter Birke ab dem April 2012 keine Prüfungsleistungen mehr abnehmen dürfen.

Der Vorstand begründet sein Vorgehen mit einer Klage auf Entfristung seines Arbeitsverhältnisses, die Peter Birke vor dem Arbeitsgericht einbringen könnte. Hintergrund ist die Ablehnung eines entsprechenden Antrages durch den Vorstand.”

Ich widerhole mich ungern, aber da das <gemauschel um Birke, den Gerüchtestatus, der sich leider bewahrheitet hat verlassen hat: Die Sozialökonomie ist tot, es lebe die Sozialökonomie.

Zwischen Gender Entwickeln und Profiteuren der „Genderentwicklung“?

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Hierbei handelt es sich um eine eigens angefertigte, studentische Arbeit. Da diese Themen durchaus interessant und streitbar sind, habe ich diese hochgeladen. Ich empfehle die wörtliche Kopie nicht. Im Rahmen der Prüfungsordnung musste eine digitale Version dieses dokumentes dem “Turn it in” Programm vorgelegt werden. Daher ist eine wörtliche Kopie als eine solche nachvollziehbar.

Inhalt

1. Einführung 3
2. Entwicklungspolitik und Gender 4
2.1. Geschichte entwicklungspolitischer Zusammenarbeit 4
2.2. Gender und Genderbedürfnisse 4
2.3. Genderbegriff der UN 5
2.4. Genderbegriff der SWISSAID 6
2.5. Genderbegriff der NANGOF 6
4. Die Projekte 6
4.1. Das SWISSAID Projekt – Mikrokredit in Daressalam, Tansania 6
4.1.1 Auswirkungen 8
4.2. Das NANGOF Projekt -Basic Income Grant in Otjivero, Namibia 9
4.2.1. Auswirkungen 10
4.3. Gegenüberstellung der Projekte 11
5. Zusammenfassende Ergebnisse 12
6. Literaturverzeichnis 14
Online Publikationen 14


1. Einführung

Im Rahmen dieser Arbeit werden zwei Entwicklungs-Projekte gegenübergestellt und auf mögliche Auswirkungen auf Gender untersucht. Einerseits steht hierbei das Experiment des Bedingungslosen Grundeinkommens in dem namibischen Dorf Otjivero, andererseits das im tansanischen Daressalam verwirklichte Mikro-Kredit Konzept im Fokus der Beobachtung.
Diese Auswahl birgt einige Schwierigkeiten. Daressalam ist mit über 2,5 Millionen Einwohnern die größte Stadt in Tansania. Die Stadtgeschichte von Daressalam lässt sich bis ca. 30 v. Chr. nachverfolgen. Das rapide Wachstum der heutigen Hauptstadt begann jedoch erst im 19 Jahrhundert. Seit 1988 hat sich die Einwohneranzahl verdoppelt.
Dahingegen ist Otjivero ein kleines, junges Dorf mit ca. 1400 Einwohnern. Die Bevölkerung ist zufällig zusammengesetzt. Viele Einwohner sind Flüchtlinge der umliegenden Farmen und Plantagen und die meisten von ihnen arbeitslos.
Bezüglich des Projektes selbst lassen sich wesentliche innere Unterschiede feststellen. Mikrokredite richten sich an speziell ausgewählte Zielgruppen. Einwohner in Otjivero konnten sich lediglich aufgrund ihres Einwohnerstatus und unabhängig von anderen Faktoren für das BIG registrieren.
Auch im Hinblick auf das Projekt selbst sind unterschiedliche Ansätze verwirklicht. Während die in Daressalam vergebenen Mikrokredite von der tansanischen Regierung Unterstützung erfahren, wird das Bedingungslose Grundeinkommen in Namibia von einer nichtstaatlichen Initiative verwirklicht. Zudem handelt es sich bei Mikrokrediten um ein etabliertes, angesehenes Konzept, wohingegen das Bedingungslose Grundeinkommen lediglich einen experimentellen Status genoss.

Aufgrund dieser Schwierigkeiten halten beide Projekte keinem Vergleich stand. Im Rahmen dieser Arbeit werden diese daher lediglich in ihren Ähnlichkeiten und Unterschieden Gegenübergestellt um das Projektziel und Ergebnis zu verdeutlichen.
Sowohl die Organisatoren der Mikrokredite, als auch die des Bedingungslosen Grundeinkommen in Namibia behaupten einen positiven Einfluss auf Genderverhältnisse. In beiden Projekten wird auf die Definition des Genderbegriffes verzichtet und unter dem Begriff Genderverhältnis werden überwiegend Mann-Frau Beziehungen erörtert. Zudem verzichten beide Initiatoren auf eine Auswertung ihrer Ergebnisse hinsichtlich der Auswirkungen auf Gender. Grundlage für die Behauptung einer Genderauswertung bilden Individualschicksale.

2. Entwicklungspolitik und Gender

2.1. Geschichte entwicklungspolitischer Zusammenarbeit

Die Geschichte der Gendersensibilisierung in Entwicklungspolitischen Zusammenhängen ist eine junge. Bei der ersten Weltfrauenkonferenz in Mexiko 1975 Stand unter den mehrheitlich westlichen Protagonist_innen die Produktivrolle der Frau und die Revision frauenspezifischer Benachteiligungen im Vordergrund der Debatten und die Forderung Interessen der Frauen sollten als „Schlüssel der Entwicklung“ fortan in bildungs- und arbeitsmarktpolitischen Zusammenhängen mehr Bedeutung erlangen. Das Konzept Woman in Development(WID) erhielt seither immer mehr Bedeutung in den entwicklungspolitischen Institutionen. Dennoch stand das WID seit Bestehen in heftiger Kritik, besonders von Akteur_innen aus den Entwicklungsregionen selbst, da es eine neue Klasse der „3. Welt Frau“ und so Hierarchien unter den Frauen selbst schüfe. (Maral-Hanak, S.182)
Aus der Ablehnung des WID entstand 1985 das Development Alternatives for Women for a New Era (DAWN). Erstmalig erlangte Gender als Begriff entwicklungspolitische Relevanz. Im Rahmen der theoretischen Debatte entwickelten sich fortan unterschiedliche Strömungen. So sollte Gender and Development (GAD) das kritisierte WID ablösen. Parallel hierzu stellte Gender Macroeconomics Genderverhältnisse erstmalig in makroökonomische Zusammenhänge, während im Empowerment-Anstatz Frauen im Alltag und Berufsleben gestärkt werden sollten. In den folgenden Jahren bis heute erlangten Genderbeziehungen die Aufmerksamkeit von staatlichen, nichtstaatlichen und privatwirtschaftlichen entwicklungspolitischen Akteur_innen. Im Rahmen all dieser Debatten erhielt Armut ein Geschlecht, denn so viele unterschiedliche Ansätze auch verfolgt wurden, einig waren sich die Protagonist_innen darüber, dass Armut weiblich ist. Denn Frauen seien es, die unter der Wasser- und Nahrungsknappheit Familien ernähren sollten und mehr als Männer die Folgen von Kriegen zu spüren bekämen.
Erst seit ca. 2000 erlebt diese feminisierte Debatte durch das Populärwerden von Diversity- und Queer-Gender Ansätzen einen Bruch. Es stellt sich uns die Frage inwieweit diese bipolare Sichtweise gerechtfertigt ist.

2.2. Gender und Genderbedürfnisse

Als Gender, oder Geschlechtsidentität (Butler, S.15) wird der sozio-kulturell geprägte Bereich männlicher und weiblicher Rollen und Rollenzuweisungen bezeichnet. Diese differenzierte Betrachtungsweise, ermöglicht die Analyse komplexer gesellschaftlicher Beziehungen die nicht auf das Geschlecht selbst zurückzuführen sind, sondern auf dessen soziokulturelle Konstruktion.
Gender bewegen sich auf verschiedenen gesellschaftlichen Ebenen. Dabei muss berücksichtigt werden, dass die Entwicklung eines Genderbewusstsein zum einen Teil ein individueller Prozess ist. Verschiedene Gender decken Bedürfnisse in Bezug auf ihre individuelle, akzeptierte Rolle innerhalb der Gesellschaft. Im Rahmen praktischer Genderinteressen stehen daher die innerhalb der Gesellschaft akzeptierten Genderrollen und daraus resultierende Genderbedürfnisse und ihre Wechselwirkungen mit gesellschaftlichen und politischen Mechanismen im Fokus der Beobachtung.
Die Betrachtung und Planung kollektiver Entwicklung von Gender findet auf der Ebene strategischer Genderinteressen statt.
Bei Ansätzen, die auf praktische Genderinteressen abzielen, wird beispielsweise die Situation von Frauen in ihren Haushalten verbessert. Die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern, wird dabei nicht in Frage gestellt. Strategische Genderinteressen unterliegen einer Analyse hierarchischer Unterdrückungsmuster und bezwecken die Überwindung dieser. (Braig, S. 114)
Aufbauend auf diese Differenzierung von Genderinteressen unterscheidet Moser zwischen Gender-Planung, die Machtbeziehungen thematisiert, und Gender bewusster Planung, die an praktischen Problemen ansetzt. (Braig, S. 115)

2.3. Genderbegriff der UN

In Ihrer Milleniumserklärung definieren die Vereinten Nationen einen engen Gender Begriff. Als Genderbedürfnisse werden
„…die Gleichstellung der Geschlechter und die Ermächtigung der Frau als wirksame Mittel zur Bekämpfung von Armut, Hunger und Krankheit zu fördern und eine wirklich nachhaltige Entwicklung herbeizuführen“(UN, S 13)
bezeichnet. Hier wird auf die Trennung und konsequente Analyse strategischer und praktischer Genderinteressen verzichtet und diese unterschiedlichen Aspekte miteinander vermischt. Die Gleichstellung der Geschlechter bedürfte einer umfassenden Analyse der Machtverhältnisse, welche an keiner Stelle der Erklärung vorgenommen wird. Zudem werden Frauen erneut als Schlüssel der Entwicklungspolitik zur Verwirklichung der Interessen von Geber-Ländern instrumentalisiert und dieser Ansatz als Ermächtigung, oder Empowerment vermarktet. So ist die Gleichstellung der Geschlechter mit den diversen, in der Milleniumserklärung definierten Ziele kein Selbstzweck. Zudem ist sie für die Vereinten Nationen keine Notwendigkeit – rein aus gesellschaftlichen Hierarchien – sondern an allgemeine entwicklungspolitische Ziele geknüpft. Als einziger Maßstab für entwicklungspolitische Maßnahmen wird folglich der Rahmen der Kriegs- und Armutsbekämpfung als Empowerment gesetzt.

2.4. Genderbegriff der SWISSAID

Etwas differenzierter ist die Definition der Mikrokreditgeberin, SWISSAID. In deren „Grundsatzpapier Gender“ heißt es
„Menschen werden weiblich oder männlich geboren. Die Entwicklung zum Mädchen oder Jungen und schließlich zur Frau oder zum Mann wird jedoch erlernt. Es wird ihnen beigebracht, wie sie sich zu benehmen haben und welche Rollen, Meinungen und Aktivitäten zu ihnen passen. Es ist dieses erlernte Verhalten, das Gender-Rollen festlegt. …Gleichstellung der Geschlechter steht für die Gleichbehandlung von Frauen und Männern“ (SWISSAID)
Hier wird auf die kulturelle Entwicklung von Gender Bezug genommen und hieraus die Notwendigkeit der Verfolgung strategischer Genderbedürfnisse durch die Gleichbehandlung von Männern und Frauen behauptet. In dieser Gleichstellungsanalyse wird ebenfalls keine Trennung zwischen praktischen und strategischen Interessen vorgenommen. Gleichstellung erfüllt hier jedoch im Gegensatz zum UN-Ansatz einen Selbstzweck.
In beiden Definitionen liegt zudem ein bipolares Denkmuster zugrunde, was nicht dem heutigen Diskussionsstand biologistischer oder theoretischer Genderansätze entspricht. Es ist fraglich inwieweit das anatomische Geschlecht als rein weiblich oder männlich bezeichnet werden kann. (Butler, S. 22) Weiterhin ist auffallend, dass die Gender Definition bei beiden Entwicklungspolitische Akteuren zwischen den Zeilen stattfindet.
2.5. Genderbegriff der NANGOF
Die NANGOF selbst verzichtet auf eine Genderdefinition. Auch die Hauptprotagonisten Haarmann räumen Gender lediglich eine von vielen Ebenen der Armut ein (vgl. Haarmann, S. 43). In der Auswertung der NANGOF findet sich jedoch ein impliziter Anknüpfungspunkt für eine Genderdefinition. So werden in den verschiedenen Einzelfallberichten verschiedene Situationen geschildert, die die Bearbeitung anhand strategischer und praktischer Genderinteressen ermöglichen.

4. Die Projekte

4.1. Das SWISSAID Projekt – Mikrokredit in Daressalam, Tansania

Der SWISSAID-Mikrokredit in Daressalam richtet sich an Frauen in Kleinen und mittleren Unternehmen. So finden sich unter den Kreditnehmerinnen verschiedene Branchen: Von Handwerk, wie Bäckereien, bis hin zu Dienstleistungen, wie Kioske oder Friseursalons.
Das Beispiel der Abbildung 1 berechnet die Kosten bis zur Kreditaufnahme und Rückzahlung bei einem Kredit von 100 000 Tsh. in der Rückzahlungsrate sind die Kreditzinsen bereits berücksichtigt. Die Zinssätze der von SWISSAID vergebenden Kredite variieren zwischen 18-30%.

Bei der Beantragung ist der Kreditvergabestelle ein Businessplan vorzulegen. Zur Sachbearbeitung sind die entsprechenden Bearbeitungs- und Anwaltskosten, sowie ein prozentual nach Höhe des beantragten Kredites berechneter jährlicher Mitgliedsbeitrag zu entrichten. Wird ein Businessplan abgelehnt, waren die von der Kreditnehmerin entrichteten Zahlungen vergebens und werden nicht erstattet. Sie hat jedoch die Möglichkeit noch im selben Jahr unter Berücksichtigung der Ablehnungsgründe einen neuen Businessplan vorzulegen ohne erneut den Mitgliedsbeitrag zu entrichten.
Wird der sachgebundene Kredit gewährt, erhält die Kreditnehmerin einen Vertrag und einen kostenpflichtigen Pass, in dem fortan alle ihre Informationen rund um den Kredit dokumentiert werden.
Der Vertrag bindet die Kreditnehmerinnen an die Entwicklungspolitischen Ziele der SWISSAID und enthält einen Ausgabecodex. So sollen neben zielgerichteten Ausgaben ausschließlich für die im Businessplan erwähnten Investitionen monatlich Ersparnisse erwirtschaftet werden. Businessplan ferne Ausgaben, wie beispielsweise Unterhaltskosten der Familie werden explizit ausgeschlossen.
Immer fünf Kreditnehmerinnen werden dann zu einer Bürgungsgruppe zusammengefasst. Jeweils fünf Kleingruppen bilden die Großgruppe. Die Teilnehmerinnen der kleinen Gruppe bürgen jeweils füreinander und verpflichten sich zu regelmäßigen, wöchentlichen Treffen. Ziel dieser Treffen sind zum einen die Erfahrungen und Probleme untereinander auszutauschen, frühzeitig über Interventionsstrategien bei Gefahren zu beraten, aber auch die Rückzahlung der wöchentlichen Raten sicherzustellen. Zudem werden die Ausgaben der Einzelnen stets auf ihre wirtschaftliche Effizienz untersucht und bei Verstößen gegen die Kreditauflagen die jeweiligen Kreditnehmerinnen belehrt. Haben alle Kreditnehmerinnen ihren jeweiligen Kredit zurückgezahlt, so erhält die erste Kreditnehmerin Anspruch auf einen Folgekredit.

4.1.1 Auswirkungen

Nicht nur das auf den Einzelnen lastende materielle Risiko für die Beantragung des Kredites und die hohen Rückzahlungszinsen stellen ein großes Problem dar. Die Kosten für die Beantragung werden nicht selten am Familienunterhalt und notwendigen Investitionen für die Unternehmung abgespart, Schwächen so die Ausgangslage und manifestieren die wirtschaftliche und familiäre Situation der Unternehmerin (Diallo, S. 57). Der erste Kredit ist in seiner Höhe nicht ausreichend einen deutlichen Aufschwung der Unternehmung zu erwirken, zudem ist die erste Rückzahlungsrate bereits eine Woche nach Erhalt des Kredites fällig. Ein beachtlicher Erfolg kann somit nur durch erneute Kreditaufnahme erwirkt werden, was die Hohen Kosten des Kredites ungerechtfertigt erscheinen lässt.
Zudem schafft die Organisierung der Mikrokredite neue Beziehungen der Frauen untereinander. So stehen die Einzelnen in Ihrer Position als Unternehmerin nicht nur in ihrer Familie unter Druck, da diese nicht zuletzt die Rückzahlungsraten bewerkstelligen soll, sondern zudem unter dem sozialen Druck der Bürgschaftsgruppe. Ein Verstoß gegen Kreditauflagen kann zu einem Ausschluss aus der Gruppe führen. So werden unter Bedürftigen selbst neue Täter und Opfer konstruiert (Vgl. Diallo, S. 57).
Zwar kann die Aufnahme eines Mikrokredites zu einem höheren sozialen Status führen, da man als Unternehmerin als erfolgreich eingestuft wurde, so ist dieses Ansehen auch für viele Frauen ein Problem. Zum einen werden einige von ihnen von ihren Männern zur Aufnahme eines Kredites gedrängt und so eine Druckkullisse zwischen guter (Ehe-)frau – mit Anspruch auf einen Mikrokredit – und schlechter (Ehe-)frau – die die harten Auflagen nicht erfüllt – aufgebaut. Ebenfalls im Zusammenhang mit dem Status einer Kreditnehmerin steht die erhöhte Nachfrage nach Hilfe unter Verwandten und Kunden. Denn schnell verbreitet sich, wie kleine Ausbauten finanziert wurden und Bittstellerinnen erhoffen sich von der Mikrokreditnehmerin ein privates Darlehen.
Zudem stellen die erwirtschafteten Ersparnisse für viele Frauen ein Hohes Risiko dar, da der Mikrokredit die Ausgangslage der Frauen in Ihrer Familie selbst nur dahingehend zu verändern vermag, dass sie unabhängiger vom Einkommen ihres Mannes werden. Das Risiko, dass die Männer über den Mikrokredit selbst, oder aber die erwirtschafteten Ersparnisse verfügen wird von den Kreditnehmerinnen sehr hoch eingestuft (Diallo, S. 57).
Es ist daher nicht verwunderlich, dass viele Frauen, gegen die strengen Auflagen verstoßen, indem sie beispielsweise die medizinische Versorgung ihrer Kinder bewerkstelligen und ihre Rückzahlungsrate zu einem bestimmten Termin nicht in voller Höhe erbringen, oder aber den Gewinn der Unternehmung nicht profitabel investieren können um die Raten und Zinsen zu erwirtschaften.

4.2. Das NANGOF Projekt -Basic Income Grant in Otjivero, Namibia

Um das Projekt des Basic Income Grant (BIG) in Namibia vorzustellen, ist es zunächst notwendig kurz von den in Deutschland vorherrschenden Diskussionen Abstand zu nehmen. In Otjivero selbst lebt jeder Mensch unterhalb des Existenzminimums von dieser Seite her betrachtet, schließt ein Bedingungsloses Grundeinkommen eine Bedarfsorientiertheit nicht aus. Diese Kontroverse ist jedoch der Streitpunkt inländischer Diskussionen um welche herum Modelle entworfen werden. Zudem ist das namibische BIG mit ca. 10 US$ lediglich eine Unterstützung und keinesfalls existenzsichernd.
Der Erhalt des BIG stand jede_r/m in Otjivero gemeldete_r/n erwachsenen Bürger_in zu, der_die keine staatliche Rente erhält. Bei der Registrierung erhielt jeder Bürger ein Konto und ein wandernder Geldautomat stellte die monatliche Auszahlung sicher. Der Erhalt war nicht von Auflagen abhängend. Die Bürger_innen selbst konnten entscheiden, ob sie das Geld profitabel investieren, oder damit alltäglich Ausgaben sicherstellen.
Durch seine Entstehungsgeschichte waren die sozialen Strukturen in Otjivero durchwachsen und es gab wenig soziales Miteinander. Nach Einführung des BIG bildete sich eine Koalition aus Empfänger_innen, die fortan individuelle Strategien zum Einsatz der monatlichen Zahlung sammelten und als Initiative versucht waren, politische Entscheidungen zu beeinflussen (Vgl. NANGOF, S. 13)
Die Ergebnisse der Berichte sind durchaus positiv. So wurde von den medizinischen Verantwortlichen von einer besseren Ernährung der Einwohner_innen und einer steigenden Inanspruchnahme von AIDS Behandlung von Erkrankten (NANGOF, S. 39) festgestellt. Auch in der Schulbildung zeigte sich ein positiver Impuls, die Kinder waren durch die bessere Ernährung konzentrierter und die Schulgebühren wurden seither in 90% der Fälle bezahlt (NANGOF, S. 60f). Einzelfallberichte suggerieren die Abnahme von Prostitution (Vgl. NANGOF, S. 89). Aber auch die örtlichen Polizeibehörden bestätigen den positiven Einfluss des BIG auf die Kriminalität. So seien Mund und Vieh Raub um Otjivero spürbar gesunken. Einige BIG Empfänger_innen nutzten die monatliche Sonderzahlung um ein eigenes kleines Unternehmen aufzubauen und die Arbeitslosigkeit sank. Während im November 2007 lediglich 36% der Einwohner_innen einer erwerbstätig waren, waren es ein Jahr später 55%, da sich viele nun die Fahrtkosten in die nächstgrößere Stadt leisten konnten (NANGOF, S. 71).
Selbstverständlich birgt auch der Erhalt des BIG Probleme. So sind vermehrt Verwandte und Bekannte der Empfänger_innen angereist, um von den Sonderzahlungen zu profitieren. Diese Situation stellte viele vor die schwierige Aufgabe die Bitten nach einem Privatdarlehen abzulehnen. Im Rahmen der BIG-Coalition wurden daraufhin anhand eines Regelwerkes Strategien entwickelt. So konnten die Empfängerinnen Bittstellerinnen auf die Grundsätze der BIG-Coalition verweisen, die ausschließlich individuelle Ausgaben und Investitionen der Empfängerinnen in Otjivero als Verwendungszweck vereinbarte.
Weiterhin kann kaum nachvollzogen werden, ob die Zahlungen tatsächlich dem Individuum zur Verfügung stehen. Die Zahlungstermine sind transparent und bei bestehenden Familienstrukturen werden nur wenige selbst über ihre Auszahlung verfügen können. In diesem Fall verfehlt das BIG eine mögliche emanzipatorische Wirkung vollständig.
Die flächendeckende Einführung des BIG nach Vorbild von Otjivero im gesamten Namibia würde 2-3% des BIP ausmachen (Haarmann, S. 43ff). Dennoch ist es nicht wahrscheinlich, dass das Projekt einen offiziellen Regierungsstatus erhält.

4.2.1. Auswirkungen

Die BIG-Coalition hebt in ihren Berichten den positiven Einfluss des BIG auf Gender hervor. Es verbessere die Ausgangslage von Frauen innerhalb und außerhalb der Familie (Vgl. Haarmann, S. 26). Die Einzelnen berichten dass sie sich bestärkt und selbstbewusster fühlen. Durch die lokale BIG-Coalition bildete das Dorf zudem ein Forum für einen strategischen Austausch. So konnten die Einzelnen Einfluss auf ihre direkte Nachbarschaft legen und erfahren ein soziales Miteinander. Nicht nur die vielschichtigen Aspekte der Frauen, sondern auch Problemstellungen von Homosexuellen wurden thematisiert (NANGOF S. 32). Es findet also sowohl ein Austausch über praktische aber auch in geringem Maße strategische Genderinteressen statt. Obwohl NANGOF als überwiegend kirchliche, externe Organisation außerhalb allgemeiner entwicklungspolitischer Ziele keine speziellen Strategien zu verfolgen scheint (Vgl. Haarmann, S. 43), bildeten sich im Rahmen der BIG-Coalition eine interne Instanz, die gewillt war dieses Projekt nachträglich inhaltlich zu fundieren. Dennoch ist diese Tatsache zufällig und es liegt keine Gender-Planung oder spezifische Gender Analyse zugrunde. So wie es der experimentelle Projektstatus vermuten lässt haben sich alle Vor- und Nachteile rein zufällig entwickelt.

4.3. Gegenüberstellung der Projekte

Wagt man eine Gegenüberstellung der SWISSAID Mikrokredite und des BIG, so lässt sich in Bezug auf die Auswirkung auf Gender ein deutlicher Unterschied erkennen. Die Mikrokredite stellen für die Kreditnehmerinnen ein Hohes finanzielles Risiko dar und binden per Vertrag an den Ausgabencodex der SWISSAID, der bei wöchentlichen Treffen immer wieder thematisiert und anhand dessen der Erfolg der Einzelnen geprüft wird. Im Vordergrund scheinen hier nicht die Gleichstellungspolitischen Ziele zu stehen, sondern wirtschaftspädagogische. Auf Grundlage der „guten Rückzahlungsmoral“ (vgl. Diallo, S.16) von Frauen wurden diese als Zielgruppe für Mikrokredite ausgewählt und lernen anhand dieser profitabel zu Investieren und zu Sparen. Ihre individuelle familiäre Situation spielt lediglich eine beiläufige Rolle, eine Auswirkung der jeweiligen Veränderungen findet fast ausschließlich an individuellen Erfolgsberichten statt und wird sogleich als Werbung für Mikrokredite verwendet. Die vielen Misserfolge finden in den Studien der Initiatoren kaum Beachtung. Auf eine umfassende Genderanalyse wird verzichtet.
Das BIG hingegen schafft keine externe Verpflichtung. Die Einzelnen entscheiden selbst, wie das Geld zu verwenden ist. Dennoch ist auch hier eine westliche Einflussnahme zu spüren. Zum einen liegt diese im Laborcharakter des Projektes, zum anderen in der Höhe des BIG. So drängt sich bei der Projektlektüre die Vermutung auf, dass die positiven Ergebnisse rein zufällig und in keiner Weise geplant waren. Es war ein Versuch. In der Zwischenzeit ist das Projekt in Otjivero abgeschlossen und wird trotz des hohen Engagements der Einwohner_innen nicht weiter verfolgt. Es ist gut vorstellbar, dass sich die Situation nur bei wenigen Einwohner_innen langfristig verbessert hat, da die Höhe der erhaltenen Zahlung zumeist für alltägliche Ausgaben verwendet wurde.
Doch zeichnet sich das BIG in Bezug auf Gender in einem wesentlichen Punkt aus. Obwohl dem Projekt keine Analyse der Geschlechterrollen und möglicher Auswirkungen auf Gender voranging, so fand diese durch die BIG-Coalition und folgend durch NANGOF statt. Es herrschte ein Austausch darüber, wie die Situation von Frauen, aber auch Homosexuellen in der Dorfgemeinschaft verbessert werden könnte und Gleichstellung stellte für die Einwohnerinnen eine Selbstverständlichkeit dar (Vgl. NANGOF, S.32).

5. Zusammenfassende Ergebnisse

Bei der Beschäftigung mit entwicklungspolitischen Ansätzen in Bezug auf Gender lassen sich drei deutliche Schwachstellen erkennen. Zunächst werden Gender und Empowerment in der institutionalisierten Entwicklungspolitik zumeist als Nebenprodukt allgemeiner Ziele, wie Wirtschaftserziehung, Friedenssicherung und Armutsbekämpfung verstanden. Dies steht im Konflikt mit strategischen, aber auch praktischen Genderinteressen. Das Beispiel der Mikrokredite lässt befürchten, dass ökonomische Abhängigkeiten der Einzelnen benutzt werden, um ein dem marktwirtschaftlichen System genügendes Verhalten der Wirtschaftssubjekte zu erzielen. Desweiteren fehlt es an einer Trennung zwischen praktischen und strategischen Genderbedürfnissen. Wo sich beide Elemente treffen, liegt die Konzentration im Bereich praktischer Genderinteressen. Zuletzt jedoch ist es ein externer Genderbegriff und ein externes Gender-Planning, das auf die Einzelnen zu übertragen versucht wird. Dies manifestiert die längst verloren geglaubte „dritte Welt Frau“.
Perspektivisch lässt sich lediglich an der Kritik des DAWN anknüpfen und die Forderung nach stärkerer Beteiligung der Betroffenen aus den Entwicklungsregionen selbst an den institutionalisierten, entwicklungspolitischen Debatten anknüpfen. Denn eine Gender-Planung und Planning Gender erfordert ein hohes Maß an Partizipation. Diese würde jedoch voraussetzen, dass auch die Besetzung und die Lokalisation der Hauptsitze verschiedener Regierungsorganisationen und NGOs neu bedacht werden müssen. Denn mehr als 85% der entwicklungspolitischen Akteure haben ihren Sitz außerhalb der sogenannten dritten Welt und die Entscheider sind zumeist männlich. 

6. Literaturverzeichnis

Braig: Marianne Braig, Fraueninteressen in Entwicklungstheorie und -politik, 1999 in
Reinold E. Thiel (Hg.), Neue Ansätze zur Entwicklungstheorie. Deutsche Stiftung für internationale Entwicklung (DSE). Informationszentrum Entwicklungspolitik (IZEP). Bonn: DSE/IZEP 2. Aufl. 2001. S. 110-120.

Butler: Judith Butler, Das Unbehagen der Geschlechter. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main,
1. Auflage, 2003

Diallo: Yvonne Diallo-Sahli, Mikrokredite und Genderverhältnisse: Bei Klein-
unternehmerinnen hervorgerufene Veränderungen, Lizentiatsarbeit eingereicht an der
Philosophisch-Historischen Fakultät der Universität Bern, Carouge, 2003

Haarmann: Claudia und Dirk Haarmann, The Basic Income Grant in Namibia Resource Book.
Desk for Social Development (DfSD) of the Evangelical Lutheran Church in the Republic of Namibia (ELCRN), Windhoek, June 2005

Maral-Hanak: Irmi Maral-Hanak, Feministische Entwicklungstheorie. In K. Fischer u. a.,
(Hg.), Entwicklung und Unterentwicklung. Mandelbaum-Verlag, Wien, 2007

NANGOF: Namibia NGO Forum, Towards a Basic Income Grant for All, Assesment Report,
Desk for Social Development (DfSD) and the Labour Resource and Research Institute
(LaRRI), 2008

UN: Generalversammlung der Vereinten Nationen, Milleniumserklärung der Vereinten Nationen.
New York, 2000

Online Publikationen

SWISSAID: SWISSAID, Grundsatzpapier Gender, 2003. Bezogen über die Homepage
SWISSAID Homepage verfügbar über URL:
http://www.swissaid.ch/global/PDF/entwicklungspolitik/gender/genderpolicy_d.pdf
(31.3.2011)

Captain Kirk erklärt die Welt – Heute: das Schlagen von Frauen

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Es ist Klausurenzeit. Zum abschalten am Abend ein Klassiker?
Ich empfehle folgende Episode der Star Trek Enterprise TOS.
Es kommt ein “Wolfsjunge” an Bord, dem soziales Verhalten ganz fremd ist.
Er tritt in ein gesellschaftliches Fettnäpfchen nach dem anderen.
Wie soll es auch anders sein, er verliebt sich und versucht das Objekt seiner Begierde mit einen Klaps auf den Hintern zu beeindrucken. Findet sie nicht so toll.
Dann gibt es einen kleinen Ethikunterricht von Captain Kirk.
Hört genau hin, die Erklärung, warum mensch Frauen nicht schlagen sollte.
Ist, wie soll ich sagen, einschlägig.

Die Gefahr einer einzigen Geschichte – Chimamanda Adichie

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Einige von euch, kennen diesen TED talk schon. Nichtsdestotrotz ist er immer wider sehenswert.
Sobald ich Zeit habe, werde ich auch die Untertitel wieder zusammenschreiben und hier druntersetzen.
Für alle Story-teller :-) da draußen.

Unbedingt sehenswert ist ebenfalls ihre Rede im Barker Center an der Harvard University, 2007. Hier ist der erste Teil von da aus könnt ihr folgen.

Ich bin so cool, ich setz jetzt auch Trends.

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In

  • Dinge, die einem peinlich sind, singen (Go, Jazz, go)
  • Schneeengel
  • Spontane WG Castings mit Kaffee und Risotto
  • Strickmützen mit Ohren
  • Decken, Tee, Schals und dicke Socken zum Moviesonntag

Out

  • Emails willkürlich in BCC verschicken, da man keinenZugang mehr zum Gesamtverteiler hat
  • Verspätete Busse
  • Verspäten oder nicht auftauchen von WG-Interessentinnen
  • Handschuhe mit Bommeln
  • Das Sonntagsfernsehprogramm

Der Herr im Haus

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Die Maskulinisten pochen auf eine biologisch geprägte Geschlechtsidentität und wollen so das Territorium „Patriarchat“ mit allen Mitteln verteidigen. Hier spiegelt sich die Ohnmacht und Hilflosigkeit der Maskulinisten wider: Jenseits der Idealvorstellung ihres Machtvakuums scheinen sie nichts zu haben, auf das sie sich besinnen könnten. Als eine ihrer Strategien dient ihnen die Instrumentalisierung von Gewalt von Frauen gegen Männer, die sie für den Kampf gegen frauenpolitische Maßnahmen ausschlachten und die Gewalt gegen Frauen relativieren oder sogar leugnen. WIR FRAUEN

Ein heftiger Schlag auf den Hinterkopf und sie sank zu Boden. Endlich kein Zappeln mehr. Zunächst war er sich nicht sicher. Sie sah durchaus leblos aus, aber sicher war er sich nicht. Hin und wieder gab es noch einen Hauch von Bewegung im Brustbereich ihres schlanken Körpers. Das würde sich geben.

Es war ganz und gar nicht geplant. Er hatte die Vase lange in der Hand gehalten und immer wieder den Gedanken in seinem Kopf hin und her geschickt. Nein es war mehr eine Idee als ein Gedanke. Sie hatte ihn angeschrien und sie hatte auf ihn eingeschlagen. Da konnte er nicht anders. Es war Notwehr. Nun lag sie still auf dem Boden und ein dünner Blutfaden aus ihrem Ohr hatte den Teppich und ihre Haare befleckt. Sie sah wunderschön aus, trotz des Blutfadens. Den konnte man sich einfach wegdenken, dann sah es aus, als würde sie schlafen.

Er hatte ihr oft beim Schlafen zugesehen und ihr hin und wieder eine Strähne aus dem Gesicht gestrichen. Meistens, wenn sie sich gestritten hatten. Dann konnte er ihr einfach nicht mehr böse sein, wenn sie so schlief.

In letzter Zeit hatte sie oft von getrennten Wegen und auseinanderleben und Nitzusammenpassen gesprochen. Für ihn hatte sie da mit entscheiden wollen. Das hatte er nicht ertragen. Er hatte sie zuletzt immer am Ellbogen gegriffen und ihr gesagt, wie sehr er sie liebte und dass er ohne sie nicht leben wollte. Er hatte sie geschüttelt und sie angefleht bei ihm zu bleiben und sie hatte geweint und ihn gebeten sie loszulassen. Er hatte sie nicht losgelassen, sondern seinen Griff noch fester werden lassen. Dann hatte sie nicht mehr von getrennten Wegen gesprochen.

Er setzte sich auf den Sessel neben sie und strich über ihr blondes Haar, dann über die Wangen und Lippen.
Diesmal hatte sie nicht aufgehört von getrennten Wegen zu sprechen. Sie hatte gar wie eine Verrückte geschrien, er solle sie loslassen, sie ertrüge das nicht mehr: Sie ertrüge ihn nicht mehr. Jedes Schütteln war vergeblich. Verlorene Liebesmühe.
Die Nachbarn hatten geklopft und gefragt, ob sie helfen könnten. „Kümmern sie sich um ihren Mist!“ hatte er geschrien und die Haustür geknallt. Sie hatte dabei besonders mitleiderregend geschluchzt und das hatte ihn zusätzlich in Rage versetzt. Als ginge von ihm eine Gefahr für sie aus. Sie hatte auf ihn eingeschlagen, er hatte sich gewehrt und dann ist sie gegen die Kommode gestoßen. Das hatte einen Riesenlärm gemacht. Die Vase konnte er grade noch auffangen, bevor sie zu Boden fiel.
Sie hatte zum Telefon gegriffen und ihm gedroht. Ihre Mutter wollte sie anrufen und die Polizei, wenn er jetzt nicht ginge. Die Polizei kam ihm nicht ins Haus. Und als er ihr den Hörer aus der Hand riss, hatte sie wieder auf ihn eingeschlagen. Er solle endlich verschwinden, er sei doch krank, hatte sie geschrien. Und da hatte er sich an die Vase erinnert.

Nun schlief sie auf dem Teppichboden und die Bewegungen im Brustkorb wurden zaghafter. Sie war zäh. Trotz ihres zarten Körpers war diese Frau ausdauernd. Es hatte ihm gleichsam imponiert, wie Furcht eingeflößt. Aber jetzt würde es nicht mehr lange dauern. Dann würde er den Notfall melden. Sie sei gestolpert, würde er sagen. Gegen die Kommode gestoßen und dann sei die Vase ihr auf den Kopf gefallen. Das hätte ja passieren können, hätte er ihren Fall nicht aufgefangen. Ja das müssten sie ihm glauben. Sie wussten ja, dass sie temperamentvoll war. Er hatte das nicht geplant, es war ein Unfall.

Der Souverän

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Meine Parkbank ist mein Hab und Gut
Seit ich vor Jahren sie mit meinen Taschen belud
Ein Grundstück mit prächtigem Schloss
und großem Garten.

Oft hat man mich hinfort gejagt
Die nächtliche Rast mir untersagt
Nichts blieb mir, so kam ich immer wieder.

Auf meiner Parkbank bin ich Souverän
ich ruhe mich aus, behüt‘ sie im Stehn
Die Welt erscheint mir gar nicht groß.

Manch Winterskälte habe ich schon
hier ausgestanden.
Im Schlafe, die meisten Stunden davon.

Auf meiner Parkbank herrsche ich vor mich hin
stelle mir vor, dass ich Gebieter bin.
Und denke manchmal laut,
wenn sie nicht grüßen.

Im Frühjahr ists besonders schön,
Ein Farbenfrohes warmes Blühen.
und lebhaftes Spazierengehen,
in meinem Garten.
zu meinen Füßen sammelt sich
eine Tauwasserpfütze.
Meine Fußspitze tauche ich hinein,
erfreue mich größer werdender Kreise.
Dann lehne ich mich vorsichtig vor
und wage einen kurzen Blick
in mein erfrorenes Gesicht,
vor dem Schloss, was ich besitze.
ich werfe meinen Kopf ins Genick
in die wieder wärmende Sonne.
Bis sie mich tödlich stürzen.

Das Wiwi-Bunker Stereotyp

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Originaltext S. 20 VMP 9
Lieber Hans Wagner P. (HWP),

vielen herzlichen Dank für deine Hasstirade gegen das Haus Slytherin auf Seite 20 der VMP 9. Ich als Bewohner*in der VMP 9 möchte mich in aller Form davon distanzieren und dir gerne erklären, warum.
Setzt dich hin, nimm dir nen Keks.

Ich mag das Haus Slytherin nicht. Ich kritisiere die dort gängige Lehre und mensch kann auch meinetwegen den Habitus der dortigen Studierendenschaft kritisch betrachten. Einerseits. Andererseits sitze ich in einigen Kursen mit den dortigen Student*innen. Die ganz freiwillig toll finden, was bei uns gut läuft und dort eben anders. Und unsere Aufgabe ist es, zu erklären, was bei uns anders läuft, allen die es interessiert eben. Abgeschottet haben wir uns schon ganz lange. Was hat es uns gebracht? Nichts. Dieser Prozess ist einer von Studierendenschaft adaptierter. Er findet jedoch nicht auf dieser Ebene statt. Die Ebene die es anzugreifen gilt, ist die Hochkarätigkeit der monodisziplinären Lehre. Ein gesamtgesellschaftliches nicht an einem Fachbereich, oder gar einem Plattenbau-Wiwi-Bunker abgrenzbares Problem. Das haben die Sozialökonomen in den letzten Jahren verpasst. (Ja wir selbst)

Äußere körperliche Merkmale zur Abgrenzung eines Feindbildes zu verwenden, ist nicht literarisch, sondern hochgradig bedenklich.
(Bsp.: Von Beruf Sohn, oder Tochter…Ihr seid alle gleich: Gleich geschminkt, …gegelt, Burberry-Schals, Barbour-Jacken…)
Von äußeren Eigenschaften auf innere zu schließen, ebenfalls. (haltet euch für was besseres…hochnäsig…naiv…Auswendiglerner) Frag mal Wulf D. Hund, oder eine*n Prof* deines Vertrauens wenn du dir nicht sicher bist.

Das Wunderbarste ist, dass du zuletzt von unserem “Eintopf der Vielfalt” sprichst. Nur eben ohne Burberry-Schals und Barbour-Jacken. Was war dein Vielfalts-Begriff nochmal?

Eines ist dein Schreiben dennoch. Ein gutes Praxisbeispiel, wie Menschen Vorurteile zu Stereotypen schnüren, um sich dann davon abzuheben. Und dass es ein Stereotyp ist, zeigt sich darin, dass du dich nicht davon beirren lässt, dass auch in der ex-HWP geschminkte, oder gegelte Burberry-Schals und Barbour-Jacken studieren. Aber Außnahmen vermögen ja nicht das Stereotyp zu durchbrechen, sondern bestätigen es gar.
Setzen, 6.


Liebe Lehrende des Fachbereiches Hamburg,

die Abschlußvorlesung eine* Lehrenden, ist die Chance geleistete Arbeit zu würdigen. Ja vielmehr ist es auch eine Chance menschlichen Umgang zuletzt doch noch zu beweisen. Aber ist klar, so ein Winterspaziergang des Fachbereiches ist wesentlich angenehmer und wichtiger, als so eine Abschlußvorlesung. Mit abschließendem Besuch in für Frauen nicht zugänglichen Lokalitäten. Da machen wir ja morgen einfach eine Ausnahme. An die Kolleg*innen: Danke für euer Genderbewusstsein. An die Kolleg*en: Nicht anfassen, nur guggen.

Die Soziaslökonomie ist tot, es lebe die Sozialökonomie!

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Es ist ein Prozess, wie sie einige sind, ein menschlicher. Ein von Menschen gemachter und forcierter. So wie auch der Beginn der Akadamie für Gemeinwirtschaft ein von Menschen gestalteter war. Menschen stehen für Inhalte und Inhalte werden durch Menschen vorangetrieben.
Und wie bei allen Prozessen, bleibt es nicht aus, Menschen zu benennen, die diese (inhaltlich) vorantreiben. Das verlangt die Aufklärung und das Verlangt die Erinnerung an den Ursprung. Und ebendiese Erinnerung ist es, weshalb viele diesen Studiengang wählten. Einige auch nicht.

Ich möchte hier nicht über den Leidensweg der letzten Jahre berichten, wir haben ihn zur Genüge durchgekaut und auch für jede* Erstsemester*in wird die Geschichte des Studienganges immer wieder im Rahmen der Orientierungswoche, Besetzungen und von vielen Dozent*innen darüber hinaus erklärt.
Nein, ich möchte von Menschen sprechen. Nicht von allen, aber von einigen.
Wir Beginnen mit Holger Brecht-Heitzmann, einem ehmaligen Rechtdozenten, dem eine Professur an unserem Fachbereich aufgrund seiner unbrüchigen akademischen Karriere an der ex-HWP, verwehrt wurde. Bei gleicher akademischer Vorgeschichte, konnte jedoch Ullrich Fritsche in der VWL eine Professur ermöglicht werden. Die ex-HWP ist ja nicht die Uni Hamburg, war hier die Begründung.
Zwei Menschen zwei Maßstäbe also.

Gemeinsam mit der Kollegin Ingrid Größl, setzt sich Herr Fritsche nun für eine Monodisziplinierung des Studienganges ein. Damit das Ganze dann endlich auch Bachlorkompaktibel wird. Zu Beginn soll nach wie vor dann interdisziplinär rumstudiert werden, danach aber bitte wieder monodiszipülinär anspruchsvoll getrennt. Es böte sich dann an, die kritische Studierendenschaft auf die Häuser Slytherin (Wiwibunker), Haffelpaff (Rechtshaus), Ravenclaw (Pferdestall), die ja ohnehin mit den Gryffindoors (Sozialökonomie) sympathisieren, zu verteilen. Was ist der Zweck der Übung? Es macht sich besser Slytherin im Lebenslauf zu haben, wenn mensch Dunkler Lord, oder Quidditch-Trainer*in werden möchte, als Gryffindoor. Ist dann Mono und nicht mehr Inter… .Versteht sich doch von selbst.

Nun natürlich sind diese Gespräche und Arbeitsgruppen nicht öffentlich. Auch das hat sich geändert. Möchten die Betroffen doch gerne ein fertiges Konzept in die jeweiligen Ausschüsse bringen. In den Semesterferien dann, kann die Studierendenschaft ja darüber diskutieren. Oder „mangels Interesse“ dann eben nicht. Und im neuen Semester haben wir dann ein neues Programm.
Frau Zöllner, die ihre Karriere einem Studium der Sozialökonomie und der Lehre von mitunter Silke Wittich-Neven verdankt. Findet das alles ganz großartig. Zudem auch, dass zu wenig „kompetente“ Lehrende am Fachbereich unterrichten. Die Frau Wittich-Neven habe ja gar kein Recht sich da einzumischen. (Freie Zusammenfassung ihrer Rede bei dem letzten Gremienvertreter*innentreffen im April 2011)
War doch einst die Lehre auf Augenhöhe die Devise der Sozialökonomie. Kritisch eben, im Diskurs zwischen Lehrenden mit und ohne Titel, Studierenden und Mitarbeiter*innen.
Nun trifft es Peter Birke. Keine*r protestiert. Zurecht, werden einige denken, macht der Herr doch (sowie übrigens andere Lehrende auch) Werbung für außeruniversitäre Veranstaltungen. In seinen Vorlesungen! Wäre dies eine Carrier-Day Veranstaltung der Otto Group, hätte sich kein*er aufgeregt. Aber blöderweise war da die Antifa involviert. Schlimmer Finger, der Birke. Sollte mal der Verfassungsschutz beobachten, wenn er das nicht schon tut.
Oder ist es doch nur ein Stillschweigen der bachlorgepeinigten Studentenschaft in der Klausurenzeit? Der Strukturfunktionalismus (Lengfeld und Hollstein) hat sich nun unseren Studiengang vorgeknüpft und Ungereimheiten zulasten kritischer Wissenschaft entdeckt. Birke wurde nun mal speziell für die „Politische Geschichte“ an den Fachbereich geholt.
Nimmt mensch jedoch das Fach aus dem Grundstudium zugunsten zweier Methodenkurse heraus, dann kann man Birke auch wieder nach Hause schicken. Dann hat der Strukturfunktionalismus freie Hand über die Soziologie unseres Fachbereiches und kann sie in das Haus Ravenclaw führen. Zugunsten des eigenen Renommees. Die anderen Dozent*innen gehen ja endlich alle in Rente. Oder sie sind es schon. Es lebe die Sozialökonomie.

Ist euch aufgefallen, dass in dieser Kritik kaum BWL-Kritik aufgebracht wurde? Auch keine an der Universität Hamburg. Dieser Prozess verläuft intern. Es gibt hierin auch kein eindeutiges (externes) Feindbild. Es gibt nur Menschen und einen von ihnen gestalteten Prozess.
Was aber ist die Sozialökonomie, ohne die kritische Wissenschaft? Was ist die Sozialökonomie ohne Menschen, die ihre ehemaligen Prinzipien leben? Was ist sie ohne interdisziplinäre Lehre auf Augenhöhe und trotz einer Nichtabiturient*innenquote?

Tot. Es lebe die Sozialökonomie.

Dieser Beitrag entstand unabhängig von dieser E-Mail, die gestern über die mehr oder weniger internen Fachschaftsverteiler versendet wurde. Dennoch baut er auf selbigen Informationen auf. Hier einige Auszüge aus einer E-Mail eines Gremienvertreters der Studentenschaft. Ehrenamtlich aktive Studierende sollen hier nicht genannt werden.


…Es sieht so aus, als wenn der neue Fachbereichssprecher Holger Lengfeldt den Bachelor of
Arts – Sozialökonomie auf den Prüfstand stellen möchte. Wirtschafts- und Sozialstatistik
soll schon bald vor der Streichung stehen. Im “Lenkungsgremium-Bachelor” (oder so
ähnlich) soll Lengfeldt gesagt haben, dass er es nicht verstehen und einsehen könnte,
dass in einem 6-semestrigen Bachelorstudiengang wie unserem SozÖk “Defizite in der
Allgemeinbildung ausgeglichen werden sollen”. Sollte dies die Agenda für die
Bachelor-Reform 2013 sein, würde mit der langen Tradition unseres Studienganges
gebrochen. Die Idee, Abiturwissen mit Berufserfahrung gleichzusetzen und die
nicht-Abiturienten nach dem Grundstudium auf ein annäherndes Bildungsniveau mit den
Abiturienten gebracht zu haben, würde sterben. Dann bringt auch der offene
Hochschulzugang nichts mehr, wenn die Leute dann im Grundstudium ausgesiebt werden.

Die Mitglieder des Fachbereichsvorstandes sind:

Frau Größl
Herr Fritsche
Frau Hollstein
Frau Raasch
Frau Zöllner
Herr Ellermann

Der Kurs “Politische Geschichte” ist noch nicht eingestampft, Birke lehrt im nächsten
Semester im OkSöz-Master und wird durch Extern im Bachelor ersetzt. Der zweite Kurs ist
nach wie vor bei Winkler.

…Ich bitte den FSR darum Gesprächstermine mit den Mitwirkenden
Fachbereichsvorstands-Mitgliedern zu machen um zu überprüfen, ob meine erhaltenen
Informationen richtig sind.

Videos:


Mayer erklärt die Sozialökonomie

Links zur Sozialökonomie

http://www.wiso.uni-hamburg.de/fachbereiche/sozialoekonomie-alt/ueber-uns/geschichte/

http://www.sueddeutsche.de/karriere/hwp-hamburg-ende-der-einmaligkeit-1.552096

Interessantes zur Geschichte der Sozialökonomie:

Oppolzer, Alfred: Sozialökonomie: Zu Gegenstand, Begriff und Geschichte. In: Sozialökonomische Beiträge. Zeitschrift für Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. 1. Jg. Hamburg. 1/1990, Seite 6–29.
Hund, Wulf D. (Hrsg.): Von der Gemeinwirtschaft zur Sozialökonomie. 50 Jahre Hochschule für Wirtschaft und Politik Hamburg. Hamburg (VSA) 1998

Der Streit der Hasen

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Ein winterlicher Morgen,
seit drei Tagen lag schon Schnee
Zwei Hasen besprachen verborgen,
Geschäfte am großen See

Beide schielten sie hoffnungsvoll
auf eine kleine Schatulle aus Gold.
Die dem Bauersohne beim Winterspiel
unbemerkt aus der Tasche fiel.

So stritten sich unsere Hasen
wer sollte das Kästchen haben?

Das begehrte Stück war edel und fein
und hatte Verzierungen sogar
Der eine wollte Besitzer sein
der andere ebenfalls, offenbar

Der eine der wollte es haben
als Zierde für sein Nest.
Das Auge sollte es laben
Und ihn heben über den Rest.

Der zweite wollte zum Markt,
verkaufen das begehrte Objekt.
dadurch finanziell erstarkt
wären Reinvestitionen gedeckt.

Unbemerkt trat der Bauer
an diese Debatte heran.
Er stand bislang wohl zur Lauer
und sah seine Chance sodann.

Er hatte bei sich einen Spaten.
Er war ein Mann von Geschick.
Und der Streit unserer Kandidaten,
vorbei : dumpfer Schlag ins Genick

Wir wollen doch nicht Klagen

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Der RCDS, die Liste für (sic!) Studiengebühren, gewinnt leicht dazu. Ramon Weilinger, Gewinner der goldenen Klobürste und Veronika Faltermeier: “Ich finde es unseriös, dass Deutschland Jahrzehnte auf Kernkraft gesetzt hat, ohne dass alle Risiken bekannt waren und ein Endlager gefunden wurde”, ziehen wohl ins StuPa ein. Die Endlagersuche für den RCDS ist bis aufs weitere auf die nächste StuPa-Wahl verschoben ” Pirat*innen

Bedauerlicherweise schafft es auch der RCDS wieder ins StuPa, der sich oftmals im rechtskonservativen bis hin zum nationalistischen und rassistischen Sumpf bewegtRegenbogen

Nun einerseits ist der RCDS ein wenig traurig dass man ihn als rechtsradikal bezeichnet ,zuunrecht. Nun war dies jedoch einem, wohl dann falsch recherchierten Artikel der MOPO, geschuldet. Für die entstandenen Assoziationen (RCDS=Rechtsradikal) entschuldige ich mich dann vorsorglich mal auch. Schließlich hätte diese falsche Darstellung auch von mir kommen können.

Wirbel an der Uni: Kandidiert ein Rechtsextremer für die “CDU-Hochschulgruppe”? Derzeit laufen die Wahlen fürs Studentenparlament. Auf Platz acht der CDU-Liste steht ein Name, der Beobachter der rechten Szene alarmiert: Martin Stoffers. MOPO vom 16.12.2006.

Nun droht auch #HempelMANN mit Ärger und findet es blöd, dass man ihn als Spitzenkandidaten überhaupt nennt. Er möchte nicht genannt werden. Es geht um folgende Zeilen im Wahlrückblick der Pirat*innen:

Mit Slogans wie “Gebührenbefreier” oder “Kulturelle Vielfalt auf dem Campus” verhöhnen die Jusos aktive Studierende im Kampf gegen Bildungsgebühren, dem Kampf um die Zukunft oder gegen rassistische und sexistische Klischeebilder im AStA-Imagefilm. Der Verantwortliche für diesen Film, Timo Hempel, glänzte auf der Auszählungsparty durch seinen mackerhaftes Auftreten und sexistische Sprüche (“fickt die Grünen, bis sie schreiend am Boden liegen”)*, er hat nichts gelernt. ” Pirat*innen

und weiter

WiWi Liste verliert 188 Stimmen und einen Sitz! Einfache Erklärung: Timo Hempel macht eine Woche Personenwahlkampf im WiWi Bunker. Gelungene Zusammenarbeit sieht anders aus, oder WiWis? Viele Wähler*innen im WiWi Bunker kennen Timo wohl nicht, wenn sie wüssten…

Was hier wie eine Realsatire klingt, ist das Verhalten von Parlamentarierinnen, die mit klaren Ergebnissen ins Stupa einziehen.
Ein überheblicher, verächtlicher Ton und Aussagen unter aller Sau. Im vorgestrigen Wahlrückblick, hatte ich bereits seine Aussagen zum Asta Image Film geschildert. Heute Eben das Grünen Zitat, was in aller Öffentlichkeit und voller Anwesenheit von ihm gegeben wurde. Nicht etwa im Vieraugengespräch, das hätte niemand nachvollziehen können. Wenn der Herr #HempelMANN nicht wünscht, dass wir von öffentlichen Veranstaltungen wie einer Wahlfeier Geschehnisse erzählen, dann sollte er diese zukünftig meiden. Oder besser noch er sollte vermeiden dort dermaßen betrunken aufzutauchen, dass ihm seine Aussagen peinlich sein müssen. Aber mensch hat ihn auch schon nüchtern gesehen und das war nunmal auch nicht besser.
Als kleine Omage hier nocheinmal ein kurzer Blick auf Herrn #HempelMANNs Diskussion bei der Premiere des Asta Image Films “Inside Asta”. Verrückte Welt.
Zum Abschluß: Am Donnerstag gibt das im #Stupa eine Anfrage an den AStA: Konzert gegen Sexismus vs. #HempelMANN als Mitarbeiter. Ich freue mich drauf, kommt zahlreich.

Zwölf Stunden Weltenschmerz

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Ich hatte das Telefon im Flur liegen lassen, zwei Bücher an mein Bett gezogen und die Kopfhörer, falls ich doch Lust auf Musik hätte. Alle Verabredungen hatte ich vorsorglich abgesagt. Ich hatte auch mein Notizbuch auf meinen Nachttisch gelegt zu einer frischen, dicken Kerze. Gerüstet für alles, sogar für einen Stromausfall. Kein Kaffee in der Stadt konnte mich überreden mich auf sie einzulassen. Ich hatte genug von der Welt und wollte nicht von ihr belästigt werden. Kein Wort wollte ich hören und keines sprechen.
Die letzten Tage waren es genug gesprochene Worte und vielleicht konnte ich sie so alle zurückholen. Ja Wort für Wort würde ich mir zurückschweigen. Von der lauten Welt unverstanden wollte ich um sie trauern, zwei Bücher lesen und, wenn ich denn doch noch hören wollte, ein neues Album von Lena Del Ray lag bereit. Und dabei im Bett bleiben. Man blieb im Bett, wenn man Krank war, oder müde, oder verliebt.

Ich war alles zugleich, also blieb ich eben liegen. Ich las die Bücher nicht, sondern schlief stundenlang, von kurzen Perioden des Notdürftigsten Unterbrochen. Musik konnte ich nicht ertragen, sondern hatte Kopfhörer aufgezogen, damit ich sonst nichts höre. Ich versuchte mir die Stimmen ins Gedächnis zu rufen und den Geruch unserer im Kopf ständig ausgemalten ganz wichtigen Aktionen. Ich betrachtete das gar so kämpferische T-Shirt, das leblos von der Stuhllehne herunterhing. Abgenutzt und aufgehängt. So wie ich unter meiner dicken Daunendecke.
Das Telefon piepte fröhlich vor sich hin. Eine Erinnerung daran, dass sie noch da war, die restliche Welt. Ich hätte es ausschalten sollen. Nun tat ich so, als könnte ich es nicht hören. Es klingelte wieder und wieder.
Genervt riss ich meine Daunendecke zur Seite und stampfte zur Zimmertür. Ganz beiläufig huschte da mein Blick zum Fenster. Ich war fest entschlossen mich nicht davon ablenken zu lassen. Doch hielt ich nicht stand.
Das weiße Wunder schwieg mich verständnisvoll an. Keine Schritte hatten die Decke, in welche sich die Gärten unserer Siedlung gehüllt hatten, besudelt. Still hatten sie sich unter ihr schlafen gelegt. Zum ersten Mal in diesem Jahr. Zehn Centimeter Schweigen und darauf keine Bewegung, selbst der Wind war ehrfürchtig erstarrt. Wunderschön. Ein zwitschern bedeutete mir, dass ich eine SMS erhalten hatte. Ich griff zum Telefon, das verlassen in meiner Jackentasche baumelte. Ich zog es hervor, ignorierte die Anrufe in Abwesenheit, war ich schließlich noch fest entschlossen weiterhin Abwesend zu sein.
Die SMS aber zog mich geheimnisvoll an.
Zeichen und keine Laute. Also war es wohl zu vereinbaren mit meiner Ich-will-nichts-hören Stimmung. Ein kleines, schweigendes Couvert auf dem Display.
Ich öffnete mit langsamen Klicken den Posteingang. und sah sogleich den Inhalt:

„Schnee. Spaziergang?“.

Ich erlaubte mir einen weiteren Blick aus dem Fenster.
Wie konnte ich dieser stillen Einladung entsagen?
Meine Finger huschten flink über das Tastenfeld:

„Unbedingt.“

Hat nichts mit Weltschmerz zu tun, aber ist trotzdem toll. Man kann es auch zu einem Weltschmerzlied umfunktionieren, oder einfach mal so laufen lassen:

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