Schlagwörter
Bachlor, Hochschulpolitik, Hochschulpolitik Hamburg, HWP, sozialökonomie, Studium, UHH, Uni Hamburg
Es ist ein Prozess, wie sie einige sind, ein menschlicher. Ein von Menschen gemachter und forcierter. So wie auch der Beginn der Akadamie für Gemeinwirtschaft ein von Menschen gestalteter war. Menschen stehen für Inhalte und Inhalte werden durch Menschen vorangetrieben.
Und wie bei allen Prozessen, bleibt es nicht aus, Menschen zu benennen, die diese (inhaltlich) vorantreiben. Das verlangt die Aufklärung und das Verlangt die Erinnerung an den Ursprung. Und ebendiese Erinnerung ist es, weshalb viele diesen Studiengang wählten. Einige auch nicht.
Ich möchte hier nicht über den Leidensweg der letzten Jahre berichten, wir haben ihn zur Genüge durchgekaut und auch für jede* Erstsemester*in wird die Geschichte des Studienganges immer wieder im Rahmen der Orientierungswoche, Besetzungen und von vielen Dozent*innen darüber hinaus erklärt.
Nein, ich möchte von Menschen sprechen. Nicht von allen, aber von einigen.
Wir Beginnen mit Holger Brecht-Heitzmann, einem ehmaligen Rechtdozenten, dem eine Professur an unserem Fachbereich aufgrund seiner unbrüchigen akademischen Karriere an der ex-HWP, verwehrt wurde. Bei gleicher akademischer Vorgeschichte, konnte jedoch Ullrich Fritsche in der VWL eine Professur ermöglicht werden. Die ex-HWP ist ja nicht die Uni Hamburg, war hier die Begründung.
Zwei Menschen zwei Maßstäbe also.
Gemeinsam mit der Kollegin Ingrid Größl, setzt sich Herr Fritsche nun für eine Monodisziplinierung des Studienganges ein. Damit das Ganze dann endlich auch Bachlorkompaktibel wird. Zu Beginn soll nach wie vor dann interdisziplinär rumstudiert werden, danach aber bitte wieder monodiszipülinär anspruchsvoll getrennt. Es böte sich dann an, die kritische Studierendenschaft auf die Häuser Slytherin (Wiwibunker), Haffelpaff (Rechtshaus), Ravenclaw (Pferdestall), die ja ohnehin mit den Gryffindoors (Sozialökonomie) sympathisieren, zu verteilen. Was ist der Zweck der Übung? Es macht sich besser Slytherin im Lebenslauf zu haben, wenn mensch Dunkler Lord, oder Quidditch-Trainer*in werden möchte, als Gryffindoor. Ist dann Mono und nicht mehr Inter… .Versteht sich doch von selbst.
Nun natürlich sind diese Gespräche und Arbeitsgruppen nicht öffentlich. Auch das hat sich geändert. Möchten die Betroffen doch gerne ein fertiges Konzept in die jeweiligen Ausschüsse bringen. In den Semesterferien dann, kann die Studierendenschaft ja darüber diskutieren. Oder „mangels Interesse“ dann eben nicht. Und im neuen Semester haben wir dann ein neues Programm.
Frau Zöllner, die ihre Karriere einem Studium der Sozialökonomie und der Lehre von mitunter Silke Wittich-Neven verdankt. Findet das alles ganz großartig. Zudem auch, dass zu wenig „kompetente“ Lehrende am Fachbereich unterrichten. Die Frau Wittich-Neven habe ja gar kein Recht sich da einzumischen. (Freie Zusammenfassung ihrer Rede bei dem letzten Gremienvertreter*innentreffen im April 2011)
War doch einst die Lehre auf Augenhöhe die Devise der Sozialökonomie. Kritisch eben, im Diskurs zwischen Lehrenden mit und ohne Titel, Studierenden und Mitarbeiter*innen.
Nun trifft es Peter Birke. Keine*r protestiert. Zurecht, werden einige denken, macht der Herr doch (sowie übrigens andere Lehrende auch) Werbung für außeruniversitäre Veranstaltungen. In seinen Vorlesungen! Wäre dies eine Carrier-Day Veranstaltung der Otto Group, hätte sich kein*er aufgeregt. Aber blöderweise war da die Antifa involviert. Schlimmer Finger, der Birke. Sollte mal der Verfassungsschutz beobachten, wenn er das nicht schon tut.
Oder ist es doch nur ein Stillschweigen der bachlorgepeinigten Studentenschaft in der Klausurenzeit? Der Strukturfunktionalismus (Lengfeld und Hollstein) hat sich nun unseren Studiengang vorgeknüpft und Ungereimheiten zulasten kritischer Wissenschaft entdeckt. Birke wurde nun mal speziell für die „Politische Geschichte“ an den Fachbereich geholt.
Nimmt mensch jedoch das Fach aus dem Grundstudium zugunsten zweier Methodenkurse heraus, dann kann man Birke auch wieder nach Hause schicken. Dann hat der Strukturfunktionalismus freie Hand über die Soziologie unseres Fachbereiches und kann sie in das Haus Ravenclaw führen. Zugunsten des eigenen Renommees. Die anderen Dozent*innen gehen ja endlich alle in Rente. Oder sie sind es schon. Es lebe die Sozialökonomie.
Ist euch aufgefallen, dass in dieser Kritik kaum BWL-Kritik aufgebracht wurde? Auch keine an der Universität Hamburg. Dieser Prozess verläuft intern. Es gibt hierin auch kein eindeutiges (externes) Feindbild. Es gibt nur Menschen und einen von ihnen gestalteten Prozess.
Was aber ist die Sozialökonomie, ohne die kritische Wissenschaft? Was ist die Sozialökonomie ohne Menschen, die ihre ehemaligen Prinzipien leben? Was ist sie ohne interdisziplinäre Lehre auf Augenhöhe und trotz einer Nichtabiturient*innenquote?
Tot. Es lebe die Sozialökonomie.
Dieser Beitrag entstand unabhängig von dieser E-Mail, die gestern über die mehr oder weniger internen Fachschaftsverteiler versendet wurde. Dennoch baut er auf selbigen Informationen auf. Hier einige Auszüge aus einer E-Mail eines Gremienvertreters der Studentenschaft. Ehrenamtlich aktive Studierende sollen hier nicht genannt werden.
“
…Es sieht so aus, als wenn der neue Fachbereichssprecher Holger Lengfeldt den Bachelor of
Arts – Sozialökonomie auf den Prüfstand stellen möchte. Wirtschafts- und Sozialstatistik
soll schon bald vor der Streichung stehen. Im “Lenkungsgremium-Bachelor” (oder so
ähnlich) soll Lengfeldt gesagt haben, dass er es nicht verstehen und einsehen könnte,
dass in einem 6-semestrigen Bachelorstudiengang wie unserem SozÖk “Defizite in der
Allgemeinbildung ausgeglichen werden sollen”. Sollte dies die Agenda für die
Bachelor-Reform 2013 sein, würde mit der langen Tradition unseres Studienganges
gebrochen. Die Idee, Abiturwissen mit Berufserfahrung gleichzusetzen und die
nicht-Abiturienten nach dem Grundstudium auf ein annäherndes Bildungsniveau mit den
Abiturienten gebracht zu haben, würde sterben. Dann bringt auch der offene
Hochschulzugang nichts mehr, wenn die Leute dann im Grundstudium ausgesiebt werden.
…Die Mitglieder des Fachbereichsvorstandes sind:
Frau Größl
Herr Fritsche
Frau Hollstein
Frau Raasch
Frau Zöllner
Herr Ellermann
…
Der Kurs “Politische Geschichte” ist noch nicht eingestampft, Birke lehrt im nächsten
Semester im OkSöz-Master und wird durch Extern im Bachelor ersetzt. Der zweite Kurs ist
nach wie vor bei Winkler.…Ich bitte den FSR darum Gesprächstermine mit den Mitwirkenden
Fachbereichsvorstands-Mitgliedern zu machen um zu überprüfen, ob meine erhaltenen
Informationen richtig sind.
“
Videos:
Mayer erklärt die Sozialökonomie
Links zur Sozialökonomie
http://www.wiso.uni-hamburg.de/fachbereiche/sozialoekonomie-alt/ueber-uns/geschichte/
http://www.sueddeutsche.de/karriere/hwp-hamburg-ende-der-einmaligkeit-1.552096
Interessantes zur Geschichte der Sozialökonomie:
Oppolzer, Alfred: Sozialökonomie: Zu Gegenstand, Begriff und Geschichte. In: Sozialökonomische Beiträge. Zeitschrift für Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. 1. Jg. Hamburg. 1/1990, Seite 6–29.
Hund, Wulf D. (Hrsg.): Von der Gemeinwirtschaft zur Sozialökonomie. 50 Jahre Hochschule für Wirtschaft und Politik Hamburg. Hamburg (VSA) 1998

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