Schlagwörter
Freundinnen, Hochzeitsvideo, Kettenbrief, Kettenemail, Kino, Prosaisches & Alltägliches, Sneak
Ich war im Kino. Spontan. Eine Bekannte hatte Freikarten besorgt und so einem geschenkten Gaul, schaut man nicht ins Maul. Ich habe mich gefreut, auch wenn es das Cinemaxx war. Da macht man bei Freikarten ein Auge zu, oer auch zwei. Schwierig, wenn man einen Film schauen möchte. Nun sind wir also los ins Kino. Die Deutsche Antwort auf Hangover sollte es werden. Hangover habe ich nicht geschaut, ist ja nicht mein Genre.
Das Hochzeitsvideo auch nicht, wie sich später herausstellte, aber ich habe ja auch schon son Dreck wie Bierfest geschaut, was dem selben Schema entspricht.
Es war eine exklusive Marketingvorschau um zu guggen, was so passiert, mit denen, die den Film schauen.
Ich will also tun, wonach sie gieren, die Produzenten und brauche nur einen Satz dazu: Eine flache Aneinanderreihung von Stereotypen, über welche ich nicht lachen kann; Rassismen, Sexismen, Klassismen und das 1,5h lang. Mein Begleiter und ich amüsierten uns aber trotzdem. Aber eben auf andere Weise. Man konnte ja derweil ein wenig in die Gesichter der Menschen schauen die Hinter uns saßen und manche von ihnen lächelten tatsächlich, das amüsierte mich durchaus. Meine beiden Mädels waren voll dabei, der Film traf genau ihren Geschmack. Durch ihr herzhaftes Lachen forderten sie auch manchmal meine strenge Miene heraus, auch das freute mich.
Ich habe jetzt aber -warumauchimmer- ein schlechtes Gewissen, dass ich es nicht tat. Das ich mich also nicht über diesen Film amüsieren konnte. Ich habe mich aber redlich bemüht, das muss reichen. Und irgendwie bin ich ja trotzdem froh, den Film gesehen zu haben, denn schließlich ist es wohl DER Film, über den unsere Bildungszielgruppe in den Seminaren im August sprechen wird. Ich kann jetzt mitreden. Super, ich weis nur noch nicht, ob ich da wirklich unbedingt mitreden möchte. Aber jetzt könnte ich ja, wenn ich denn wollen würde.
Ich schwor mir aber, den Versuch zu starten und nicht mehr ganz so humorlos zu sein und auch mal was flaches witzig zu finden. Das ist ja auch anstrengend für die, die es witzig finden, immer mit so ner political correctnes Keule unterwegs zu sein und ich sollte sogleich die Möglichkeit dazu bekommen. Heute morgen erhielt ich eine Kettenmail.
Eine ausgesprochen nette.
Hallo an die acht Frauen,
ich wurde aufgefordert, 8 Frauen auszuwählen, die ich in meinem Leben kenne und die mein Leben auf irgendeine Art bereichert haben!
…..und da bist Du auf alle Fälle dabei!!!!
Normalerweise mache ich an solchen Aktionen nicht mit, aber in diesem Fall fand ich es sehr schön.
Ich denke, wenn diese Gruppe von Frauen beisammen wäre gäbe es nichts was unmöglich wäre. Ich hoffe, dass ich die Richtigen ausgewählt habe.
Bitte schick mir diese Mail zurück.
Bitte denk daran, Dir etwas zu wünschen, bevor Du das Zitat liest.
Das ist alles, was Du tun musst.
Man muss nichts anhängen. Es reicht diese Mail an 8 Frauen weiterzuschicken und mich wissen zu lassen, was am 4. Tag passiert.
Versuche, die Kette nicht zu unterbrechen. Bitte wünsche Dir etwas von Herzen, bevor Du das nachfolgende Zitat liest. Hast Du Dir etwas gewünscht?
Wenn Du Dir nichts gewünscht hast, bevor Du das Zitat liest, funktioniert es nicht.
Zitat:
“Möge heute Frieden in Deinem Inneren sein. Mögest Du darauf vertrauen, dass Du genauso bist, wie Du gemeint bist.
Mögest Du nie die unendlichen Möglichkeiten vergessen, die aus dem Glauben an Dich selbst und an andere geboren werden.
Mögest du die Gaben nutzen, die du bekommen hast und die Liebe weitergeben, die Du empfangen hast.
Mögest Du mit Dir selbst zufrieden sein, so wie Du bist.
Möge sich dieses Wissen in all deinen Knochen in Dir festigen und Deiner Seele die Freiheit erlauben zu singen, zu tanzen, zu loben und zu lieben.
Nun sende dies an 8 Frauen oder mehr in den nächsten 5 Minuten und denk daran, es mir zurück zu schicken. Ich zähle als 1. Du wirst sehen warum.
So’n scheiß, wer kommt den auf die Idee, dachte ich zunächst. Kettenmails sind sowas von 90er und nervig. Aber dann dachte ich an meinen Vorsatz, ein wenig massentauglicher zu werden und was ist denn bitte Massentauglicher als Kettenbriefe?
Was solls, dachte ich, wünschte mir was, kam mir bescheuert vor und versendete das ganze an acht arme Menschen meiner Wahl. Sogleich erhielt ich die gleiche Mail erneut. Ich war weder glücklich noch genervt. Es war ja eine nette Nachricht. ich erhielt sie bisher fünf mal zurück und von einer Person eine andere Nachricht.
“Liebe Blitz, du weist, dass ich dich gerne habe, aber son Kettenscheiß war noch nie was für mich und ich werde einen Teufel tun, unter meinen Freundinnen eine Elite von acht Menschen zu erheben.”
Und da wusste ich wieder, dass ich mich so wie und wer ich bin doch schon ziemlich gern hab. Ich bin halt nicht Massentauglich und genau das ist, was ich an mir schätze – und andere wohl auch.


