Schlagwörter
Die Republik der Frauen, Differenzfeminismus, Elende Bande, elendebande, Feminismus, Geschlechterrollen, Gioconda Belli, Konzert, Prosaisches, Prosaisches & Alltägliches
Ich melde mich aus meiner Schreibpause nur ganz kurz um zwei kleine Wunder mit euch zu Teilen.
Zum einen bin ich gestern eher durch Zufall und aus Langeweile zu einem Spontankonzert gestoßen einer Freiburger
Folkpopband mit dem edlen Namen “Elende Bande“. Sehr empfehlenswert.
Hier gibt es Hörproben und einen Downloadbereich.
Die zweite Sache, die ich mit den Feminist*innen unter euch Teilen möchte ist ein zweischneidiges Schwert. Zum einen handelt es sich um einen Beitrag aus dem Felde des Differenzfeminismus mit dementsprechend Fragwürdiger Grundlage. Andererseits handelt es sich um einen Roman für die breite Masse: “Die Republik der Frauen.”
Vielleicht hat mich dieses Buch deshalb so gefesselt, da es schwierig bis unmöglich ist eine literarische Auseinandersetzung mit feministischen Strategien zu finden. Wahrscheinlich konnte ich daher die Behauptungen von der besonderen Andarstartigkeit der Frauen und ihrer Mütterlichkeit als Strategie für Frieden ausblenden und mir immer mehr bewusst machen, wie sehr ich doch nach Zeilen giere, die ganz subtil Denkanstöße geben, wie ich weitermachen soll. Wie also diese Welt erretten. Es gibt sie, in theoretischen Schriften, es gibt sie aber nicht in Romanen.
In “Die Republik der Frauen” gewinnt die Partei der Erotischen Linken die Wahlen und stellt die Präsidentin. Gleich nachdem die* Leser*in diese spannende Begebenheit erfährt, wird ein Attentat auf diese verübt. Eine Reise durch Rückblenden, Historische Dokumente und Handlung Rund um die komatöse Viviana beginnt.
Eine Frau welche in einer armen, geschlossenen Volkswirtschaft bei vollem Lohnausgleich Männer aus dem Regierungsleben verbannt und zur Probe in den Haushalt steckt.
Wie also konnten die Frauen die Wahlen gewinnen? Wie die Männer aus der Regierung verbannen und wer steckt hinter dem Atttentat.
In vielen Passagen konnte ich mich wiederfinden. Doch möchte ich auch nicht zu viel versprechen. Z.B. wird die Arbeitsteilung als natürlich angesehen und die alltäglichen Schönheitsideale als gegeben und als stärke der Frauen behauptet. Alle unsere Protagonistinnen sind eines gemeinsam: feminin, sexy und mütterlich.
Natürlich mit vor und nachteilen. Häusliche, oder allgemein männliche Gewalt wird thematisiert. Wiederholte vergewaltiger erhalten ein “V” in die Stirn tätowiert um potenzielle Opfer zu warnen. Wiederholungstäter für die Bevölkerung fassbar, Donnerstags auf dem Marktplatz ausgestellt.
Nicht nur hier bleibt einen der Atem stehen.
Dennoch lest es. Nichtr weil es gut geschrieben ist, nicht da es inhaltlich wertvoll ist und nicht weil ihr mehr als Mut daraus ableiten könnt. Lest es um zu begreifen, wie sehr auch ihr nach einem nicht Differenzfeministischen Roman giert und lasst ihn uns schreiben.

