Schlagwörter
Überwachung, Gedichte, Linke, Lyrik, Polizeigewalt, Staatsgewalt, Systemkritik, Verdacht
Berlin.
Alexanderplatz – darauf: ein loser Stein.
Du, lange Haare und ein abgeranzter botschaftsloser Pulli mit verknitterter Kapuze.
Aus der Kiste mit der dreckigen Wäsche.
Von ganz unten.
Lange Haare.
Du hebst ihn auf.
Deine Botschaft wird.
Alles!
Am Fundement soll es kratzen.
Es wird Alles!
was du nicht ausdrücken kanst.
Ohne diesen Stein.
Worte sind so
banal.
Lange Haare
UND
ein abgeranzter Pulli – ohne Botschaft.
Im Gleichschritt stürmen Sie los,
von Norden, von Süden, von Ost und West,
schnelle Schritte hallen und vertreiben jeden Atemzug,
kein Ausweg,
Überall Stürmen.
Du krallst dich an den Stein.
Vor Dir!
Hinter Dir!
Neben dir.
Kein Mensch.
Nur sie, in schwarze Uniformen gehüllt,
im Gleichschritt auf dich zu,
dich schließlich ergreifend.
Lange Haare reissen sie zu Boden und mit festen Schlägen
zwingen sie dich dazu
ihn Fallen zu lassen.
Er fällt leise
in die Lache neben dir,
die sich durch deinen abgeranzten Pulli gefressen hat.
Geplant jedoch war:
Zum Geburtstag deiner Freundin
Ein Platz in ihrem nicht banalen Gartenmosaik.
Als Beziehungs-fundament.